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Müllenium

BARMER macht Schülerinnen,
Schülern und Eltern Mut

„Lernen lohnt sich mehr denn je …“

„Wofür soll ich mich anstrengen, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit finden doch selbst Bewerber mit guten Noten keinen Job“ – solche oder ähnliche Argumente waren Anlass für einen vom Förderverein organisierten Vortrag, bei dem aus Unternehmenssicht die Bedeutung einer erfolgreichen Schulausbildung für den Berufseinstieg aufgezeigt werden sollte.

Viel Hoffnung und Mut für die Zukunft verbreiteten in diesem Zusammenhang Helmut Lenz und Martina Brokbals von der BARMER. Der Hauptabteilungsleiter Personal- und Sozialwesen der größten Krankenkasse Deutschlands prognostiziert Schulabgängerinnen und Schulabgängern mit guten Noten bald hervorragende Aussichten einen Ausbildungsplatz zu finden. Grund dafür ist die demographische Entwicklung.

„In Deutschland werden seit über 30 Jahren zu wenig Kinder geboren, so dass uns in absehbarer Zeit der Berufsnachwuchs fehlt. Die Unternehmen werden bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden zu immer stärkeren Konkurrenten“ argumentiert Brokbals, Demographie-Expertin der BARMER. Die Bevölkerungsentwicklung wird in wenigen Jahren so gravierende Veränderungen mitbringen, dass sich zukunftsorientierte Unternehmen bereits heute auf diese Herausforderungen vorbereiten. So beschäftigt sich Martina Brokbals u.a. mit der Frage, wie sich der Ausbildungsmarkt verändern wird und welche Maßnahmen schon heute erforderlich sind, um den Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch künftig decken zu können.

Die veränderte Situation hat aber nicht zur Folge, dass die schulischen Leistungen an Bedeutung verlieren, im Gegenteil: Jugendliche mit weniger guten Noten werden künftig zunehmend schlechtere, diejenigen mit guten Noten hingegen ausgezeichnete Chancen am Arbeitsmarkt haben.

Grund dafür ist die weiter sinkende Zahl an Arbeitsplätzen für Gering- und Unqualifizierte. „Auch wir wünschen uns Bewerberinnen und Bewerber mit Abitur oder Fachhochschulreife, die Mittlere Reife stellt aber nicht von vornherein ein Ausschlusskriterium dar. Besonders achten wir auf die Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik. Mindestens ein ‚befriedigend‘, besser noch ein ‚gut‘ sollte hier erreicht sein“ so Helmut Lenz. Neben den Noten spielen auch soziale Kompetenzen, z.B. Kommunikations- und Teamfähigkeit, eine wichtige Rolle. Daher begrüßt der Personalchef ausdrücklich, dass in den Schulen das Sozialverhalten zunehmende Aufmerksamkeit erlangt.

Zur Ermittlung der Fähigkeiten ihrer potenziellen Auszubildenden hat sich bei der BARMER ein vierstufiges Auswahlverfahren bewährt. Es enthält gängige Instrumente, die auch andere Arbeitgeber einsetzen. Erste Chance, um in die engere Auswahl zu gelangen, ist die schriftliche Bewerbung. Die Unterlagen sollten aussagekräftig und ansprechend sein.

„Dabei geht es uns um die Inhalte und nicht um die teuerste Mappe“ fügt Lenz hinzu. Unverzichtbarer Bestandteil ist die Kopie vom letzten aktuellen Zeugnis. Bewerberinnen und Bewerber, die mit ihrem Anschreiben und ihren Noten überzeugen konnten, werden zu einem schriftlichen Test eingeladen, bei dem insbesondere logisches Denken, aber auch Allgemeinwissen und Konzentrationsfähigkeit gefordert werden.

Bei Erreichen eines bestimmten Punktwertes folgt eine Einladung zum Assessment Center. Hierbei handelt es sich um eine Tagesveranstaltung mit Präsentationen, Rollenspielen und Gruppendiskussionen. „Wir möchten durch verschiedene Übungen herausfinden, ob bei den jungen Leuten Potenzial für das im Beruf geforderte Verhalten erkennbar ist“ erklärt Lenz. Ein persönliches Gespräch, das der Vorstellung und dem Informationsaustausch dient, stellt die letzte Phase des Auswahlverfahrens dar.

Gute Noten haben darüber hinaus noch eine weitere Bedeutung. An ihnen ist ablesbar, dass die Bewerberin oder der Bewerber zu lernen gelernt hat.

Diese Fähigkeit ist noch wichtiger als eine einzelne Note. Niemand kann heute davon ausgehen, das in der Ausbildung erworbene Wissen bis zum Renteneintritt anwenden zu können. Es kommt also darauf an, das eigene Wissen regelmäßig zu erweitern. Lenz: „Wir brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in immer kürzeren Abständen viele Informationen aufnehmen, verarbeiten und das Wissen in unterschiedlichen beruflichen Situationen anwenden können.“

Voraussetzung für das viel zitierte ‚lebenslange Lernen‘ ist das Beherrschen einer geeigneten Lerntechnik. Einmal erworben und regelmäßig trainiert erleichtert sie die berufliche Weiterbildung. Das belegt, dass wir nicht für die Schule sondern für das Leben lernen.

Martina Brokbals
(BARMER Hauptabteilung Personal- und Sozialwesen)



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